Wolfgang Ruge

kleiner Denker mit großer Stirn

Verstehen ist Präsentation, oder: LdL als autodidaktisches Prinzip

17. Oktober 2009

Die Überschrift dieses Beitrags klingt auf den ersten, und wahrscheinlich auch zweiten, Blick etwas kryptisch. Daher will ich kurz anreißen, was sich hinter diesem Beitrag verbirgt: Es ist die Geschichte davon, wie sich meine Arbeitsweise im Umgang mit wissenschaftlichen Texten dadurch verändert hat, dass ich bei der grafischen Gestaltung meiner Präsentationen mittlerweile auf den Zen-Ansatz von Garr Reynolds setze (zum Ansatz vgl. Reynolds‘ Vortrag bei Authors@Google).

Wenn man als Student wissenschaftliche Texte liest, geschieht dies meist im dem – wenn auch nur implizit formulierten – Anspruch diesen zu verstehen und wenn möglich seine Inhalte auch über die kommende Seminarsitzung im Gedächtnis zu behalten. Bei weniger komplexen Texten sind dafür meistens Unterstreichungen im Text und Randnotizen ausreichend und es gibt sicherlich auch n Arbeiten, deren Aussagekraft sich auf die wenigen Sätze beschränkt, die man unterstrichen hat. Allerdings stellen diese die Ausnahme dar und ein Weiterarbeiten mit diesen Texten lohnt sich in der Regel nicht. Für komplexere Theoriegebilde reichen Unterstreichungen und Randnotizen allerdings nicht aus, einfach aus deshalb, weil viele davon im Suhrkamp-Verlag erscheinen und bei den Taschenbuchausgaben kaum mehr als ein Wort auf dem knappen Rand Platz findet (Wer mir nicht glaubt kann ja mal Versuchen einen Textabschnitt mit der Randnotiz „implizite Epistemologie“ oder „archimedischer Punkt“ zu versehen ;-) ).

Die Lösung des Problems: Man schreibt Exzerpte. Es gibt viele Einführungen darüber, wie man dieses Schreiben möglichst erfolgreich gestaltet, im Prinzip laufen sie aber alle auf das gleiche hinaus: Ein Exzerpt muss auch mit einigen Jahren Abstand, in denen man sich im schlechtesten Fall nicht mit der Theorie beschäftigt hat, verständlich sein. Aus arbeitsökonomischen Gründen sollten sie auch so formuliert sein, dass sie bei Bedarf in eine Hausarbeit einfließen können – denn, sind wir mal ehrlich: Wir lesen Texte nicht nur zum Spaß, wir wollen irgendwann für die Arbeit Credits und Leistungsscheine sehen.

Nun hat man also eine schriftliche Zusammenfassung des Textes. Diese ist die Grundlage für jede Arbeit, denn wer will schon immer, wenn er mal einen Punkt der Theorie für eine Arbeit braucht, das ganze Buch nach der richtigen Stelle durchblättern. Ich nutze, um die Chance, dass sich der Text für mich leichter erinnern lässt, eine weitere Methode, die einfach aus der Struktur meines Studienganges entstanden ist: Da wir viele Präsentationen halten und diese in den meisten Seminaren obligatorisch sind, baue ich mir eine Kurzpräsentation zusammen, die die Kernthesen des Textes zusammenfasst. Ich baue mir ein Lernmedium für den Eigenbedarf – ich lernen sozusagen indem ich mich selbst lehre – womit der zweite Teil der Überschrift erklärt wäre. Das klingt jetzt nach unendlich viel Mehrarbeit, aber da ich meistens eh eine Präsentation zu dem Thema des Textes halte, müsste ich die Arbeit eh früher oder später machen.

Wenn man von der Schule kommt, zumindest war das in meinem Fall so, kennt man Präsentationen als Aneinanderreihung von Bulletpoints. Dementsprechend sahen auch die Präsentationen aus, die ich mir gedanklich gehalten habe. Eine Aneinanderreihung von Listen, die die wichtigsten Punkte der Theorie zusammenfassen. Die Grundzüge des Prinzips von „sozialen“ und „natürlichen Rahmen“ aus Goffmans Rahmen-Analyse hätte ich im BA-Studium im ersten Semester wohl so zusammengefasst:

Rahmen-Theorie im klassichen Powerpoint

Rahmen-Theorie im klassichen Powerpoint

Irgendwann ab dem zweiten oder dritten Semester wäre ich wahrscheinlich auf den Gedanken gekommen eine Tabelle zu machen. Das Ende meines BA-Studiums markierte, das war wahrscheinlich einfach Zufall, auch das Ende der Powerpoint-Angewohnheiten, die ich aus der Schulzeit mitgeschleppt hatte. Schuld war der oben schon erwähnte Garr Reynolds mit seinem Zen Ansatz und später Nancy Duarte mit ihrem Buch zur Slideology. Der Grundgedanke der beiden ist einfach: Packe weniger Text auf deine Folien. Wenn es schon viel Text sein muss, dann wenigstens ordentlich grafisch aufbereitet. Meine Darstellung zur Rahmentheorie in einer Präsentation sehe wohl folgendermaßen aus:

Rahmentheorie (neu)

Rahmentheorie (neu)

Die Frage ist nun, wie hat sich mein Arbeiten mit Texten dadurch verändert. Zum einen kann die pädagogische Psychologie darauf eine Antwort geben: Bilder lassen sich einfacher erinnern als lange Textzeilen. Die Grafik 2 habe ich wahrscheinlich länger im Kopf, als ich mir die Aufzählung in Listen hätte merken können. Zum anderen fordert diese Art, eine Theorie zu visualisieren, eine intensivere Auseinandersetzung damit, wie die Theorie gebaut ist. Wenn ich zwei Dinge einfach in einer Tabelle gegenüberstelle, frage ich mich selten nach dem Verhältnis der beiden Dinge. A ist A, B ist B, irgendwas unterscheidet die beiden. Im einfachsten Fall ist A einfach das Gegenteil von B. Komplexere Verhältnisse lassen sich mit einer Tabelle nicht ausdrücken. Also spielt man in Gedanken verschiedene grafische Möglichkeiten durch. Ich bin bei der Rahmentheorie bei Zahnrädern gelandet, und habe das Rad der natürlichen Rahmen größer gemacht, um die von Goffman angenommene Dominanz auszurücken. Vielleicht gibt es bessere Möglichkeiten. Der Vorteil dieser Lösung gegenüber einer einfachen Liste oder Tabelle ist einfach: Wenn ich nun einen versuche einen dritten technologischen oder medialen Rahmen, den Goffman nicht aufführt, in die Theorie einzubauen, muss ich überlegen, wo ich ihn in der Grafik einsetze. Bei einer Tabelle hätte ich einfach eine Spalte hinzugefügt und gut wäre es.

Ich will nicht behaupten, meine Art mit Texten umzugehen sei die einzige, die Erfolg verspricht. Andere lesen vielleicht einen Text und verstehen ihn. Ich kann nur denjenigen, die eh im Studium präsentieren raten, es mal auszuprobieren. Im schlimmsten Fall bringt es keine Vorteile, im besten Fall, erhält man ein besseres Verständnis von Theorien und Übung im Präsentationsdesign.

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exzerpieren, Exzerpte, Präsentation, wissenschaftliches Arbeiten, Zen
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Präsentation “Ungleichheit im Web2.0″ online

3. Juli 2009

Heute haben Fabian Hameister und ich eine Präsentation über die Frage, was digitale Ungleichheit im Web 2.0 bedeuten könnte gehalten. Die Folien zur Präsentation können hier heruntergeladen werden.

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digital divide, Digitale Ungleichheit, Präsentation, web2.0
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Bauman und Arnheim

25. Juni 2009

Heute haben Franziska Wyrwich und ich im Seminar Modernisierungstheorien bei Prof. Winfried Marotzki einen Vortrag über das Buch „Verworfenes Leben“ von Zygmunt Bauman gehalten. Die Folien können an dieser Stelle heruntergeladen werden.

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Darüber hinaus seit 2 Wochen ein Internetprojekt, welches zwei „Romeo und Julia“ – Verfilmungen vergleicht online. Die theoretische Brille stellt dabei die Filmtheorie Rudolf Arnheims dar.

Hier geht es direkt zum Projekt

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Arnheim, Bauman, Filmgeschichte, Filmtheorie, Internetprojekt, Modernisierungstheorie, Präsentation, Romeo und Julia, Rudolf Arnhein, Verworfenes Leben, Zygmunt Bauman
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Hybride Lernumgebungen – Präsentation online

16. Juni 2009

Heute haben Franziska Wyrwich und ich im Seminar “Hybride Lernumgebungen” eine Präsentation zum gleichnamigen Thema gehalten. Thematisch dreht sich die Präsentation um das Konzept der ästhetisch-informatischen Medienbildung, Mixed Reality und Medienkunst. Die Folien können an dieser Stelle heruntergeladen werden.

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ästhetisch-informatische Medienbildung, augmented Reality, Hybride Lernumgebungen, Medienbildung, Medienkunst, mixed Reality, Präsentation
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Grounded Theory – Präsentation online

2. Juni 2009

Die Folien zu meinem heutigen Vortrag zur “Grounded Theory” sind jetzt online.
Links:

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Anregungen und Kritik sind natürlich immer willkommen.

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Grounded Theory, Präsentation
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Science Fiction 1955 und 1956: Folien sind online

24. April 2009
Tarantel

Diese riesige Tarantel war Teil der Vorlesung Filmgeschichte. Foto von K_Saurus (Katja Kuchenbecker) via Twitpic

Gestern habe ich zusammen mit Robert Kämz in der Vorlesung Filmgeschichte, welche an der Otto von Guericke – Universität unter Leitung von Prof. Dr. Winfried Marotzki stattfindet, einen Vortrag über den Science Fiction – Film der Jahre 1955 und 1956 gehalten. Die Folien stehen an dieser Stelle zum Download bereit (als PDF) und sind darüber hinaus auf den Seiten Slideshare und Sribd verfügbar.

  • Folien als PDF
  • Folien auf Slideshare
  • Folien auf Scribd

Feedback und Fragen zur Präsentation sind an dieser Stelle natürlich immer willkommen.

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Filmgeschichte, Präsentation, Science-Fiction, Vorlesung
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Präsentationen online

11. Februar 2009

Ich habe heute zwei Präsentationen hochgeladen, die ich in diesem Semester zusammen mit Kommilitonen gehalten habe. Die Themen der Präsentation sind (1) „Die Darstellung seelischer Prozesse im Film“ und (2) informelles Lernen.

  • Die Darstellung seelischer Prozesse im Film
    gehalten im Seminar „Filmtheorien“ am 18.12
    zusammen mit Juliana Thiemer und Franziska Wyrwich
    Slideshare | Scribd
  • Informelles Lernen
    gehalten im Seminar „Didaktik der neuen Medien“
    zusammen mit Antje Goldmann und Jens Holze
    Slideshare | Scribd

Ein PDF werde ich in den nächsten Tagen hochladen.

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Arnheim, augmented Reality, Film, informelles lernen, Präsentation, seelische Prozesse
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Präsentation “künstliche Identität”

31. Januar 2009

Heute habe ich im Seminar „Medien und Identität“ im Rahmen des MA-Studiengangs „Medienbildung“ bei Benjamin Jörissen eine Präsentation zum Thema „Künstliche Identität“ gehalten. Die Präsentation widmet sich der Frage, inwiefern künstlichen Lebewesen (z.B. Androiden, Robotern) im Science-Fiction-Film Identität zugeschrieben wird. Die Folien sind auf Slideshare abrufbar.

Links zum Thema werde ich in den nächsten Tagen und Wochen auf Delicious ergänzen.

Über Anregungen und Feedback zum Thema und zur Präsentation bin ich natürlich immer erfreut.

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2001 - Odyssee im Weltraum, Androiden, Bewusstsein, Blade Runner, Identität, Nummer 5 lebt, postbiotisches Bewusstsein, Präsentation, Roboter, Science-Fiction, Vortrag, Westworld
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Filmgeschichte: Science-Fiction der frühen 50er-Jahre

6. November 2008
SF Präsentation Fimgeschichte

SF Präsentation Fimgeschichte - Quelle: Yodahome via Twitter

Wie von Yodahome (Jens Holze) schon auf Twitter dokumentiert wurde, haben Christopher Könitz und ich, heute in der Filmgeschichte-Vorlesung der Uni Magdeburg einen Vortrag über den Science-Fiction-Film der frühen 50er Jahre gehalten.

Vor fast 300 Leuten zu stehen und zu präsentieren ist definitiv eine andere Erfahrung als in einem normalen Seminar vor 30-50 Leuten zu stehen. Ich persönlich habe sehr viel an Erfahrungen und Erkenntnissen mitgenommen und hoffe den Anwesenden auch ein paar neue Aspekte des Science-Fiction-Films nahe gebracht zu haben.

Die Folien der Präsentation sind auf Slideshare zu finden:

Update: Der Download als PDF ist jetzt auch möglich (Die Datei ist mit 56MB recht groß).

Die online verfügbaren zitierten Texte habe ich auf Delicious verlinkt.

p.S.: Lob und Kritik sind natürlich immer willkommen.

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50er, Filmgeschichte, Präsentation, Science-Fiction
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