Willkommen im Gestern – oder: warum das Internetmanifest nicht wirklich neu ist

In der Welt des Journalismus sorgte das Intermanifest führender Netzaktivisten für große Furore. 17 Regeln darüber wie der neue Journalismus funktioniert möchten die Verfasser aufstellen. Das Wort Journalismus 2.0 fällt nicht, aber garantiert wird so mancher Delicious-Nutzer die Webseite dementsprechend verschlagwortet haben.

Das Manifest ist nicht falsch, es stellt keine Lügen ins Netz. Als ein gutes Manifest oder gar einen Aufruf zum Aufbruch, zur Veränderung, kann ich es jedoch nicht sehen. Dazu ist es zu allgemein und zu einseitig formuliert.

Punkt 1, „Das Internet ist anders“, hat ungefähr die Aussagekraft des Satzes „Der Himmel ist blau“. Falsch ist er nicht, aber die Feststellung ist medienhistorisch gesehen keine Offenbarung. Auch das neue Medium Buch war zu seiner Zeit anders und erschuf „andere Öffentlichkeiten, andere Austauschverhältnisse und andere Kulturtechniken“ Die Medien mussten „ihre Arbeitsweise der technologischen Realität anpassen, statt sie zu ignorieren oder zu bekämpfen“. Somit galt, wie ich durch Zitate aus dem Manifest zu belegen hoffe, für das Buch damals das Gleiche wie heute für das Internet. Punkt 1 beschreibt also nur eine medienhistorische Konstante Aber nun gut, Punkt 1 ist eine generelle Feststellung quasi eine Präambel. Gleiches gilt für die folgenden Punkte. Auch das Buch wurde zum Wissensspeicher, wenn auch nicht für die Jackentasche so zumindest doch für das Regal. Und die Gesellschaft der Buchleser war eine andere als die der Nichtleser und hat das Wesen des Buches wieder geprägt.

Die nachfolgenden Punkte sind jedoch sehr einseitig. Ich werde nur einige herausgreifen:

„Die Freiheit des Internets ist unantastbar“ – oh wunderbar, dann muss ich mir um Netzsperren keine Sorgen machen, das Netz wird sie schon irgendwie umgehen. Die Aussage ist einfach falsch. Bestenfalls könnte man als lohnenswertes Ziel formulieren, das Internet solle unantastbar sein. Das erinnert wiederum an Barlows Unabhängigkeitserklärung des Cyberspace. Das war 1996 – willkommen im 2. Jahrtausend.

„Das Internet ist der Sieg der Information“ – das hat schon Berthold Brecht sinngemäß über das Radio gesagt, und damit teilweise recht gehabt. Ein wunderbares Beispiel sind die Verkehrsmeldungen, die längst von autofahrenden Radiohörern mit Inhalt gefüttert werden.

„Das Internet verändert verbessert den Journalismus“ – Schön. Bild.de ist also per se besser als die Bild-Zeitung. Sicher es gibt einen neuen Journalismus, nur worin besteht dieser? (Siehe dazu auch den Taz-Artikel von Julia Seeliger) Ich kann ja auch mal eine Hausarbeit abgeben, und sagen sie sei besser als die vorherige, weil ich mehr aus dem Internet zitiert hätte, mal sehen ob meine Dozenten mir das glauben würden.

Ich könnte weiterhin jeden Punkt einzeln kritisieren. Ich lasse es jedoch, um den Leser dieses Beitrages zu schonen. Was herauskommen würde kann ich nämlich wesentlich kürzer formulieren:

Das Manifest vereint, verschiedenste – sich widersprechendende – Ideologien. Der Glaube an die Freiheit des Internets ist typisch für den von Barlow ausgerufenen Cyberspace. Der Glaube an den Sieg der Qualität und die Regelung von Einnahmen allein durch den Markt ist typisch für den der kalifornischen Ideologie immanenten Neoliberalismus. Damit findet sich auch der Gegenspieler des Cyberspace in den 1990er Jahren im Manifest wieder. Und Punkt 17 „Alle für Alle“ fasst im Prinzip die Schwarmintelligenz zusammen und hebt die Aktivität der Nutzer hervor und nimmt somit die Positionen des Web 2.0 und der Folksonomy ein.

So liest sich das Manifest wie: Alles ist schön im Internet, Alles ist gut im Internet, Alles wird besser durch das Internet. Ein Messias-Glaube an ein neues Medium, der bei jeder technologischen Entwicklung auftaucht, genau wie der Glaube an einen mit der neuen Technik verbundenen Untergang des Abendlandes (Für das Internet z.B. vertreten durch Frank Schirmacher, der meint nur die Druckerpressen könnten das Abendland retten).

Die Wahrheit, das zeigt die Mediengeschichte, liegt irgendwo dazwischen: Kein Medium ist vollkommen gut oder vollkommen schlecht. Daran ändert auch kein Manifest etwas. Für die Formulierung von Messias- und Teufels-Deklarationen über das Internet ist der neue Medium allerdings schon etwas zu alt.

Also liebe Autoren, schaut euch das Internet mal genauer an, ihr werdet auch negative Seiten entdecken. Und werft einen Blick in die Mediengeschichte – dazu müsstet ihr allerdings vielleicht mal ein Buch lesen…

Back to the Roots, Nostalgie…

… oder ähnliche Gefühle haben mich bewogen nach längerer Pause mal wieder einen Beitrag in einem Fanzine zu schreiben.

Was sich im „private Projekte“-Bereich dieser Webseite versteckt ist die Tatsache, dass ich drei Jahre als Stammautor für das Fanzine des Perry Rhodan Online Clubs (PROC), das Terracom, geschrieben habe. Neben Con-Berichten lag mein Schwerpunkt vor allem auf den Rezensionen mehr oder weniger gelungener Druckerzeugnisse, wobei insbesondere die Perry-Rhodan-Erstauflage von mir relativ harte Kritiken bekommen hat. Wie dem auch sei, irgendwann veränderte mich mein literarischer Geschmack insofern, dass nun Andreas Brandhorst neben Michel Foucault auf der To-Read-Liste steht, und im Terracom durften andere Rezensenten polemisieren sehr ausdifferenzierte Kritiken schreiben. Fortan quälte erfreute ich Dozenten und Kommilitonen mit meiner Leidenschaft für das wunderbare Genre den wunderbaren Modus.

Anfang des Jahres erzählte mir Thomas Rabenstein, ein langjähriger Bekannter aus dem PR-Fandom, dass er zusammen mit Rainer Schwippel ein Fanzine plane, das Specflash. Alte Schreiberleidenschaft rostet wohl nicht, daher habe ich 3 Seiten beigesteuert. Thema: Was ist Science Fiction. Es würde mich freuen, wenn der Artikel und das übrige Magazin ein paar Leser finden würden.

Feedback ist natürlich gerne gesehen.

Bauman und Arnheim

Heute haben Franziska Wyrwich und ich im Seminar Modernisierungstheorien bei Prof. Winfried Marotzki einen Vortrag über das Buch „Verworfenes Leben“ von Zygmunt Bauman gehalten. Die Folien können an dieser Stelle heruntergeladen werden.

Darüber hinaus seit 2 Wochen ein Internetprojekt, welches zwei „Romeo und Julia“ – Verfilmungen vergleicht online. Die theoretische Brille stellt dabei die Filmtheorie Rudolf Arnheims dar.

Hier geht es direkt zum Projekt

Hybride Lernumgebungen – Präsentation online

Heute haben Franziska Wyrwich und ich im Seminar “Hybride Lernumgebungen” eine Präsentation zum gleichnamigen Thema gehalten. Thematisch dreht sich die Präsentation um das Konzept der ästhetisch-informatischen Medienbildung, Mixed Reality und Medienkunst. Die Folien können an dieser Stelle heruntergeladen werden.

Science Fiction 1955 und 1956: Folien sind online

Tarantel

Diese riesige Tarantel war Teil der Vorlesung Filmgeschichte. Foto von K_Saurus (Katja Kuchenbecker) via Twitpic

Gestern habe ich zusammen mit Robert Kämz in der Vorlesung Filmgeschichte, welche an der Otto von Guericke – Universität unter Leitung von Prof. Dr. Winfried Marotzki stattfindet, einen Vortrag über den Science Fiction – Film der Jahre 1955 und 1956 gehalten. Die Folien stehen an dieser Stelle zum Download bereit (als PDF) und sind darüber hinaus auf den Seiten Slideshare und Sribd verfügbar.

Feedback und Fragen zur Präsentation sind an dieser Stelle natürlich immer willkommen.

Notenrechner Medienbildung

Für persönliche Zwecke habe ich heute eine Excel-Datei geschrieben, welche die Endnote für den Master-Studiengang Medienbildung berechnet. Da sich diese mit recht wenig Mühe an den Bachelor anpassen ließ, habe ich das gleich mit erledigt und auch ein Rechenblatt für den BA erstellt.

Diese stelle ich Interessierten für Office XP und Office 2007 zur Verfügung. Ich übernehme keine Haftung dafür, dass die Tabellen fehlerfrei funktionieren. Zumindest die BA-Tabelle hat meine Note richtig ausgegeben.

Open Office müsste die Datei auch öffnen. Sind nur simple mathematische Funktionen, das sollte der Import schaffen.

In der aktuellen Version liefert die Datei erst eine brauchbare Note wenn fast alle Dateien eingetragen sind. Die Aussagekraft, wenn nur die Noten der ersten 2 Semester eingegeben sind, ist sehr gering ;-) .

Download:

Rechner für den BA Medienbildung: Excel | Excel 2007
Rechner für den MA Medienbildung: Excel | Excel 2007

Update vom 09.05.2009: Die aktuelle Version des Notenrechners ist ab sofort unter dem Menüpunkt “Studium” zu finden. Direkt dorthin geht es über diesen Link.

Eine Anmerkung zur Bedienung: In die blauen Felder unter der Semesterzahl wird die Anzahl an erworbenen Credits eingetragen. Diese werden unter der Tabelle zu addiert, damit ein deutlich wird, wieviel CP im Semester gemacht wurden. Bei unter 30 besteht Anlass zur Sorge… ;-) .

Anregungen und Kritik sowie Bug-Reports sind natürlich immer willkommen.

Präsentationen online

Ich habe heute zwei Präsentationen hochgeladen, die ich in diesem Semester zusammen mit Kommilitonen gehalten habe. Die Themen der Präsentation sind (1) „Die Darstellung seelischer Prozesse im Film“ und (2) informelles Lernen.

  • Die Darstellung seelischer Prozesse im Film
    gehalten im Seminar „Filmtheorien“ am 18.12
    zusammen mit Juliana Thiemer und Franziska Wyrwich
    Slideshare | Scribd
  • Informelles Lernen
    gehalten im Seminar „Didaktik der neuen Medien“
    zusammen mit Antje Goldmann und Jens Holze
    Slideshare | Scribd

Ein PDF werde ich in den nächsten Tagen hochladen.

Präsentation “künstliche Identität”

Heute habe ich im Seminar „Medien und Identität“ im Rahmen des MA-Studiengangs „Medienbildung“ bei Benjamin Jörissen eine Präsentation zum Thema „Künstliche Identität“ gehalten. Die Präsentation widmet sich der Frage, inwiefern künstlichen Lebewesen (z.B. Androiden, Robotern) im Science-Fiction-Film Identität zugeschrieben wird. Die Folien sind auf Slideshare abrufbar.

Links zum Thema werde ich in den nächsten Tagen und Wochen auf Delicious ergänzen.

Über Anregungen und Feedback zum Thema und zur Präsentation bin ich natürlich immer erfreut.