Web 2.0 – Servicepack 1
30. April 2008Mittlerweile ist es doch einige Jahre her, dass Tim O’Reily den Begriff „Web 2.0“ geprägt hat. Trotzdem ist immer noch das halbe Web eine Betaversion. So viele Vorteile das Web 2.0 auch bieten mag: Es wirkt immer noch irgendwie unfertig, teilweise merkt man das auch an den Layouts großer Seiten, die teilweise so wirken, als ob der Webdesigner sich und seiner Seite den letzten Feinschliff erspart hat. Aber über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten.
Unabhängig von diversen Webdesignsünden wird es aber Zeit für ein Update des Web 2.0. Folgendes sind meine Wünsche für das Servicepack 1:
1. Das Web soll zur Plattform werden und nicht der Browser
Schon in der Web 2.0 – Definition wird das Web 2.0 als Plattform angepriesen. Gemeint ist, dass die Anwendungen auf dem Webserver laufen, und von jedem Computer mit EINEM Webbrowser aus bedient werden können. Leider scheint in dieser Definition mit EINEM Browser nicht ein beliebiger Browser zu sein, sondern der Firefox. Immerhin laufen noch viele Seiten im Internetexplorer, aber mit Opera werde ich des Öfteren ausgesperrt. Sicher hat Opera so manche Probleme mit JavaScript bzw. die Scriptprogrammierer mit Opera , aber wenn ich teilweise die Beschränkung gewaltsam umgehe funktioniert alles. Also mein Wunsch Nummer 1: Ich will keine „Bitte nutzen Sie Mozilla“ -Seiten – Mehr sehen. Das Ganze erinnert an die grauen „Optimiert für MS-IE 5.0“ – Zeiten.
2. Usability 1.0 ist nicht falsch
Usability ist was Schönes. Nur leider wird sie beim Web 2.0 immer öfter vergessen. Banale Dinge, wie einen besuchten Link zu markieren, anzuzeigen wo auf der Seite ich der Surfer befinden, den aktuellen Menüpunkt hervorzuheben, all dass scheint im Web 2.0 vergessen zu sein. Jeder kann am Web 2.0 mitmachen, dass ändert nichts daran, dass man sich als Webpublisher vlt. doch etwas über Internetseiten anliest.
3. Es gibt auch ordentliche Domainnamen
Wie überall im Web gibt es auch für Domainnamen Trends. Eine Zeitlang war es in, überall ein „24“ oder ein „online“ anzuhängen. Im Web 2.0 sehe ich derzeit zwei Trends. Der Eine ist es den Domainnamen mit punkten zu unterbrechen. Del.icio.us ist ein Beispiel. Der Konkurrent ma.gnolia.com macht gleich mit beim Trend. Ich persönlich finde solche Domainnamen einfach nur nervig, immerhin muss ich mir immer merken wo die Punkte gesetzt sind.
Ich soll Bookmarks setzen? – Gerne, ich will sie aber überall abrufen können. – Nimm Delicoius. – Kenn ich, wie war das nochmal mit den Punkten, nach dem del. oder nach dem deli?
Ein weiterer Trend ist es Vokale wegzulassen. Das bekannteste Beispiel ist Flickr. Ein neueres Grazr. Im deutschen Sprachraum gibt es Fragr. Aber keine Sorge, die Vokale verschwinden nicht einfach, sie tauchen wieder auf. Bei Diigo oder Jubii.
Vielleicht bin ich zu sehr an das Web 1.0 gewöhnt, aber für mich hat in einer Domain kein Punkt vor der Domainendung zu kommen.
Mehr fällt mir im Moment nicht ein. Jeder Leser ist dazu eingeladen seine Wünsche zu ergänzen.














Im übrigen sollte man die Flash-Pest ein wenig eindämmen und mehr auf offene und vielleicht auch hardwarebeschleunigte Technologien (Stichwort: Shockwave) setzen.
Ersetze Plugin A durch Plugin B. Ob es das besser macht. Ich wäre ja radikal für XTHML 2.0 (in der geplanten Form) + CSS 3. Von mir aus auch XML + XSL(T), das ist vlt. etwas flexibler. Aber wer braucht Plugins?
Ich habe an sich nichts gegen PlugIns, solange diese auf jede Plattform portiert werden. Natürlich sollte man möglichst ohne PlugIns arbeiten. Wozu gibt es denn diverse Web-Standards.
Aber erzähl das mal den Leuten, welche eher Wert auf Design, als auf Funktion legen (du weißt welche Leute ich meine ^^).
Jedoch sind für 3D-Anwendungen und Filme PlugIns durchaus nicht übel. Aber diese sollten hardwarebeschleunigt sein…sonst muss der Prozessor immer so ackern.
Generell ist zu bemerken: die Technologie für didaktisch saubere Seiten gibt es schon lange. Ich denke wir stehen in der Pflicht diese Kunde in Tutorien ect. kund zu tun.
Man kann auch mit Flash didaktisch gute Seiten machen. Das ist keine Frage der Technologie. CSS + (X)HTML hat den Vorteil überwiegend barrierefrei zu sein.
Also wenn ein Wissensvorsprung in einem Bereich uns zu Tutorien verpflichten sollte, sollte es für die meisten MVKler keine Probleme geben, eine Leistung für Modul 11 (Mediendidaktik) zu erbringen. So sehr ich didaktische Webseiten auch schätze, ich glaube die größte Aufgabe der MVKler, die sich aber leider schwer in ein Uniformat pressen lässt, ist es in der deutschen Öffentlichkeit die bewahrpädagogische Bremse in Bezug auf Medien zu lösen. Bevor du jemanden eine didaktische gute Internetseite präsentierst, musst du ihn ja erst einmal überzeugen, dass diese Seite keine Onlinesucht hervorrufen wird.
Zu Punkt 1 des Servicepacks: in Zukunft schreibe ich nur noch: “bitte nutzen Sie keinen Internet-Explorer” oder “Nutzen Sie einen aktuellen Browser” oder “Nutzen Sie einen aktuellen Browser, welcher nicht Internet Explorer ist” usw. ^^ Somit hat man auch noch ein wenig Optionsvielfalt.