Der Avatar – die nächste Cyborg-Generation?
6. Dezember 2007Avatare sind in aller Munde. Fast die komplette deutsche Medienlandschaft berichtet über die virtuelle Welt Second Life und auch die Forschung beschäftigt sich mit dem neuen Phänomen. Sicher sind Avatare in ihrer aktuellen Form neu, ich meine jedoch sie lassen sich als Erweiterung einer „älteren“ Idee begreifen. Der Avatar ist der neue Cyborg.
Kurze Geschichte des Cyborgs
Der Cyborg ist seit jeher eine Chimäre, ein Mischwesen, orientiert an den anthropologisch gesetzten Grenzen des Menschen. In seiner Urform bestanden Cyborg-Fantasien aus der Verschmelzung von Mensch und Tier – ähnlich der Anthropologie, die den Menschen in Abgrenzung von den Tieren definierte.
Dieser Gedanke wurde weiterentwickelt. Mit Aufkommen neuer Technik wurde die Cyborg-Fantasie zu einer Chimäre aus Mensch und Maschine modifiziert. Einer der Pioniere dieser Idee war die Weltraumforschung. Ziel der Verschmelzung mit der Technik, war es den Mensch für die Erkundung neuer Welten / neuer Räume zu präparieren.
Der postmoderne Cyborg – Der Avatar
Mit der Gleichsetzung von neuen Welten und neuen Räumen im letzten Satz, deutete ich schon an, wieso der Avatar der neue Cyborg sein könnte. Wie schon bei vorhergegangen Cyborg-Fantasien ist die Intention gleich: Der Mensch soll neue Räume erschließen.
Diesmal ist es jedoch kein physisch existenter Raum, sondern ein virtueller. Die Virtualität kann der Mensch allein durch seinen biologischen Leib nicht erschließen. So entsteht eine Mischform. Der biologische Leib erhält einen virtuellen Teil dazu, der mehr ist als nur ein Repräsentant, mehr als nur ein Instrument zur Bedienung von Second Life oder ähnlichem.
Beispielhaft aufzeigen lässt sich dieser Gedankengang am Second-Life-Tagebuch auf Spiegel online. Der Autor entscheidet sich in seinem zweiten Eintrag, nicht mehr „von seinem Avatar“ sondern von „sich“ zu sprechen. Er (der Autor) macht Erfahrungen durch ihn (den Avatar). Der Mensch vor dem Bildschirm und der auf ihn agierende Avatar sind miteinander verbunden, anders formuliert: Sie sind verschmolzen. Und das ist die Grundidee das Cyborgs: Die Verschmelzung des Menschen mit etwas andersartigen.














Von mir ein postmodernes full ack zu deinen Schlussfolgerungen. Aber lass deine gute Seite nicht zu sehr verstauben.
Hallo Christopher,
Danke das du etwas Leben hier rein bringst, was uns aber zu einer interessanten Diskussion bringt: Was heißt das eigentlich eine Seite verstauben zu lassen. Also wenn man das wörtlich nimmt. Was verstaubt?
- Der Server auf dem die Seite gehostet ist? – Ich hoffe nicht.
- Die Software der Seite? – Naja, ich hab kein Paket im Regal stehen. WordPress gibt es soweit ich weiß nur zum Download.
- Meine Tastatur? – Ist gerade frisch geputzt.
- Dein Bildschirm? – Das wird es sein.
Nein aber Spaß beiseite. Ich bemühe mich, aber dieses Blog sollte eigentlich auf das Themenfeld Medienbildung im weitesten Sinne beschränkt bleiben. Wenn du einfach Sehnsucht nach meinen Beiträgen hast, guck auf Die Empfehlungen. Da gibt es ein paar Rezensionen von mir, und Mitte der nächsten Woche wohl einen Buchmesse bericht.
Was dieses Blog betrifft: Wenn ich mal wieder sinnvolle Gedanken habe bringe ich sie auch hier zu Papier, oder besser zu MySQL
. Wir hatten ja mal eine Idee für eine regelmäßige Kolumne, die müssen wir dringend umsetzen.
Gruß
Wolfgang